„Langsam in der Pubertät“ – Jubiläumsgottesdienst des Evangelischen Gymnasiums Köpenick
von Jürgen Bosenius

Die Stadtkirche St. Laurentius Alt-Köpenick war an diesem Samstagvormittag fast bis auf den letzten Platz gefühlt. Weit mehr als 400 Gäste nahmen am Jubiläumsgottesdienst des Evangelischen Gymnasiums Köpenick teil.
In Ihrem Grußwort sagte Schulleiterin Ingrid Haack-Seelemann: "Wir können auf ein Jahrzehnt gemeinsamer Arbeit zurückblicken. Strukturen, die Sicherheit verleihen, sind vorhanden. Mit zehn Jahren beginnt aber langsam und auch spürbar, wie Herr Olie es so nett formuliert hat, die Pubertät: Es wird Zeit, ausgetretene Pfade zu verlassen und sich nach neuen Wegen umzusehen. So werfen auch wir jetzt Gewohnheiten über Bord, ändern die zeitliche Taktung des Schultages, begeben uns auf den Weg der Rhythmisierung. Also experimentieren wir mit den Unterrichtsformen, mit den zeitlichen Abläufen und suchen neue Gestaltungsmöglichkeiten für das Mittagsband. Kurzum: Nach zehn Jahren nimmt die Bedeutung von Schul- und Unterrichtsentwicklung immer noch zu.“
Neben Schulleiterin Haack-Seelemann wirkten an dem Gottesdienst der Pfarrer der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Köpenick, Ralf Musold, und der Superintendent des Kirchenkreises Lichtenberg-Oberspree, Hans-Georg Furian, mit.
Im Mittelpunkt seiner Predigt stand der Gedanke, dass die Perspektive, in der der christliche Glaube das Leben zeigt, lebensdienlich ist, weil in ihr Bildung so verstanden ist, dass Wissen und Glauben zusammen gehören. Diesen Gedanken entfaltete er anschaulich am Beispiel eines aufgeschnittenen Globus, also dem Versuch, die Weltkugel zweidimensional abzubilden: Auch Weltkarten zeigen nicht, wie die Dinge sind, sondern sie zeigen sie immer in einer bestimmten Perspektive – ist die Karte flächentreu, dann stimmen die Winkel nicht und umgekehrt.
In vielen Gesprächen kamen die Jubiläumsgäste im Anschluss an den Gottesdienst zusammen.
Zu guter Letzt: Über das Kollektenergebnis von 1260 Euro können sich die Kinder der Flüchtlingsunterkunft in Karlshorst freuen. Mit dem Geld wird der Bau eines Kinderspielplatzes auf dem Außengelände unterstützt.