Wenn das Euphonium baden geht – Jürgen Hahn, Bläserbeauftragter unseres Kirchenkreises, war als Übungsleiter beim Bläser*innen-Lehrgang des Posaunendienstes in Hirschluch wieder mit von der Partie
von Jürgen Bosenius

Wenn das Euphonium baden geht – Jürgen Hahn, Bläserbeauftragter unseres Kirchenkreises, war als Übungsleiter beim Bläser*innen-Lehrgang des Posaunendienstes in Hirschluch wieder mit von der Partie
Von Jürgen Bosenius, Öffentlichkeitsbeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Süd-Ost
Klar, Trompeten, Posaunen und Flügelhörner müssen auch mal gereinigt werden. Beim Lehrgang für Anfänger*innen und fortgeschrittene Bläser*innen des Posaunendienstes unserer Landeskirche in Hirschluch bei Storkow, südöstlich von Berlin, ist das kein Problem – dass die Instrumente „baden gehen“, gehört sogar zum Programm. Der zehnjährige Eric hat gerade sein Euphonium, eine kleine Tuba, in einer der Duschkabinen auf dem Gelände der Tagungsstätte professionell mit Wasser durchspülen lassen. Das mittlerweile trockene Instrument liegt nun auf einem Tisch und zu guter Letzt geht es daran, die Ventile und Züge zu ölen. „Da reichen schon ein paar Tropfen aus“, sagt Jan, einer der ehrenamtlichen Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die gemeinsam mit den Landesposaunenwarten und den Bläserbeauftragten einzelner Kirchenkreise den Lehrgang organisieren und auch vor Ort durchführen. Flugs ölt Eric also die vier Züge, dann auch die drei Ventile seines Euphoniums: Es funktioniert alles tadellos – und schon kommt das nächste Instrument dran, mehr als einhundert Trompeten, Posaunen, Flügelhörner werden an diesem Abend wieder auf Vordermann gebracht.
Der Anfänger- und Fortgeschrittenen-Lehrgang des Posaunendienstes der EKBO ist der Renner! 120 Teilnehmende waren in der Woche nach Ostern mit dabei. „Es gab erneut viel mehr Anmeldungen, als wir an Plätzen zur Verfügung stellen können“, sagt Christian Syperek, einer der drei Landesposaunenwarte der EKBO. Der Erfolg mag sich neben der exzellenten musikalischen Begleitung durch die Übungsleiterinnen und Übungsleiter auch damit erklären, dass die fünf Lehrgangstage einem festen und mittlerweile ausgereiften Ablauf folgen: Nach einem wunderbaren Kennenlernabend auf dem Außengelände der Tagungsstätte folgt am zweiten Tag dann der Beginn der Probenarbeit in einer der sieben Leistungsgruppen von eins (gerade angefangen) bis sieben (schon lange dabei). Denn ganz gezielt werden mit dem Lehrgang eben auch Anfängerinnen und Anfänger angesprochen. Der zweite Abend dient wie beschrieben der Pflege der Instrumente. Am Abend des dritten Tages steht eine Nachtwanderung auf dem Programm, der „Bunte Abend“ mit vielen Beiträgen, Sketchen, Musikeinlagen beendet dann den vierten Lehrgangstag. Und zum Schluss? Jeweils am Samstagvormittag, dem letzten Tag, laden alle Musikerinnen und Musiker in den Großen Saal der Tagungsstätte zum Abschlusskonzert ein. Alle sieben Gruppen präsentieren ihren Freunden, Eltern, Verwandten die erarbeiteten Stücke. Das ist immer ein großes Ereignis, das den Lehrgang dann beschließt.
Eine "Improvisations-Rock-Challenge"? Die gibt's in Hirschluch!
Und sonst? Natürlich wird im Verlauf der Woche nicht ausschließlich Musik gemacht. In der langen Mittagspause eines jeden Tages kann mit alten und neuen Freunden auf dem Gelände gespielt oder bei einem ausgedehnten Spaziergang der Wald um die Tagungsstätte erkundet werden. Vormittags, und darauf wird großen Wert gelegt, findet eine Stunde „Bibelarbeit“ statt. Mit hervorragenden Pfarrerinnen und Pfarrern gelingt es hier immer wieder, den Kindern und Jugendlichen oftmals auch aus einer ganz neuen Perspektive Personen, Inhalte aus dem Neuen und Alten Testament näher zu bringen. Und mit einer kurzen Abendandacht und dem Segen zur Nacht endet der Tag.
Besonders ist allerdings auch jeder einzelne Lehrgangsmorgen. Denn Punkt 7.15 Uhr wecken die Übungsleiterinnen und Übungsleiter mit einem musikalischen Morgengruß die Teilnehmenden – muss man erlebt und gehört haben!
Jürgen Hahn, Bläserbeauftragter unseres Kirchenkreises, hatte sich für das Abschlusskonzert auch etwas Besonderes einfallen lassen: eine Improvisations-Rock-Challenge. Was das sein soll? Begleitet von einem Schlagzeug-Rhythmus spielte er seiner Gruppe kleine rockige/jazzige Notenfolgen vor, die dann von der Gruppe nachzuspielen waren. Und? Hat super geklappt! Und das Publikum fand diese Challenge auch klasse. Wenn der letzte Ton dann verklungen ist, heißt es: Nach dem Lehrgang in Hirschluch ist immer vor dem Lehrgang in Hirschluch.
Neugierig geworden? Der nächste Lehrgangs-Termin Ende Oktober/Anfang November steht schon fest – und bereits jetzt werden die Plätze knapp. Hier geht es zur Online-Anmeldung: